Steven Sloane im Interview

« Wir haben keine Angst. »
Der deutsch-US-amerikanische Dirigent Steven Sloane ist seit 21 Jahren Dirigent der Bochumer Symphoniker. Als Generalmusikdirektor der Stadt Bochum war er der entscheidende Wegbereiter für die Realisierung des neuen Anneliese Brost Musikforum Ruhr. Zudem besetzt er eine Professur für Dirigieren und ist Leiter des Symphonieorchesters an der Universität der Künste Berlin.
Classicpoint.ch: Sie sind Generalmusikdirektor der Stadt Bochum und dirigieren die Bochumer Symphoniker. Was zeichnet dieses Orchester aus?
Das Orchester hat einen sehr hohen Anspruch an Emotionalität. Es besitzt ein sehr breit gefächertes Repertoire, das flexibel eingesetzt wird. Neben dem allgemein üblichen Repertoire spielt das Orchester auch gerne Werke aus der Frühklassik, Moderne, Jazz, populären Musik etc.
Von Ihnen geleitete Orchester wurden mehrfach mit Preisen für ihre Programmgestaltung ausgezeichnet. Auf was schauen Sie bei der Programmgestaltung?
Primär haben wir keine Angst! Wir wollen kreativ denken, neue Formate entdecken, arbeiten viel projektbezogen und konzipieren auch gerne dramaturgisch oder politisch.
Sie sind auch Professor für Dirigieren und Leiter des Symphonieorchesters an der Universität der Künste Berlin. Was braucht es, um Dirigent zu werden?
Allem voran muss ein Dirigent musikalisch etwas zu sagen haben. In der Akademie unterstützen wir die Dirigenten bei der Umsetzung ihrer Visionen. Wichtig für die Dirigenten ist regelmässiges Arbeiten mit einem professionellen Klangkörper. Wir sind sehr froh, dass wir das wöchentlich anbieten können.
Education und Nachwuchsförderung liegen Ihnen besonders am Herzen. Neben der Professur dirigieren Sie auch immer wieder Nachwuchsorchester. Was lernen Sie selbst dabei?
Ja, das ist mir sehr wichtig. Ich bin viel unterwegs, weltweit, war eben in Schweden, Amerika und Israel. Ich mag es sehr, mit jungen Orchestern zusammenzuarbeiten. Die Neugier, Freude, Dynamik und die Lust sind ansteckend. Ich lerne unglaublich viel, vielleicht sogar mehr als die jungen Orchestermusiker. Ich muss meine Ideen immer wieder neu artikulieren mit einer pädagogischen Klarheit.
Sie haben sich intensiv für den Bau des Musikforum Ruhr eingesetzt. Nun wurde eine verlassene Kirche zum Foyer umgebaut und zwei Konzertsäle angebaut. Erzählen Sie uns ein bisschen davon?
Es ist ein Projekt, das 17 Jahre gedauert hat. Für mich ist das nach 21 Jahren in Bochum ein Neubeginn, wenn wir am 28. Oktober 2016 das Anneliese Brost Musikforum Ruhr mit dem Eröffnungskonzert einweihen werden. Primär ist es ein Zuhause für das fantastische Orchester. Bei der ersten Probe hatten wir alle Tränen in den Augen und Gänsehaut-Feeling. Dem Architekt ist es, trotz der eckigen Form, gelungen, mit vielen Rundungen ein feines Wohnzimmergefühl zu erreichen. Die Akustik ist genial und das Konzept mit dem Orchester in der Mitte, umrahmt von den Zuschauern, ist sehr spannend.
Es gibt auch einen Raum für Kinderbetreuung während Konzerten?
Ja, es gibt eine Bigbox, die für vieles verwendet werden kann. Der Raum ist abdunkelbar und multifunktional. Er kann für Theater, Musikschule, Education, Kinderbetreuung etc. verwendet werden.
Sie möchten die klassische Musik aus der Ecke des Elitären holen und das Musikhaus für alle öffnen. Was sind Ihre Konzepte dafür?
Es soll ein Haus für Alle sein. Wir haben ein grosses Education-Programm mit dem Ziel, die jungen Leute aktiv mitwirken zu lassen, statt nur als Zuhörer dabeizuhaben. Sie sollen auf die Bühne kommen. Zudem haben wir Kooperationen mit vielen Institutionen aus dem Ruhrgebiet. Es sollen alle das Musikzentrum nutzen können. Wichtig ist auch die Offenheit gegenüber jeglicher Form von Musik und neuen Formen. Da möchten wir sehr flexibel sein und uns immer wieder neu erfinden.
Am College waren Sie auch als Rockmusiker unterwegs. Sind Sie heute noch aktiv im Pop- und Jazzbereich?
Ja, ich spielte Gitarre und war Sänger in einer Rockband. An meinem 20-Jahre-Jubiläum in Bochum habe ich mit dem Orchester in einem Konzert ein Pop-Lied gesungen. Das hat Spass gemacht.
Was haben Sie sonst noch für Leidenschaften? Ich habe gelesen, dass Sie leidenschaftlicher Basketballer sind und in einer Mannschaft in Berlin spielen?
Ja, ich spiele in Bochum und in Berlin in einer Mannschaft. Neben Basketball liebe ich aber auch viele andere Sportarten. Ich war z.B. im letzten Sommer in einem Tenniscamp. Zudem bin ich leidenschaftlicher Baseball Fan. Im letzten Urlaub habe ich bei 4 Spielen live in Los Angeles mitgefiebert.
Interview von Florian Schär | Classicpoint.ch | 3.10.2016
© Foto: John F. Martin
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