Noëmi Nadelmann im Interview

«Ich bin nach wie vor überzeugt von diesem Format.»
Noëmi Nadelmann gilt als eine der vielseitigsten Opernsängerinnen der Schweiz. Als Jurymitglied der schweizer Castingshow MusicStar (2007) und der Teilnahme mit einem eigenen Klassikchor bei der TV-Show „Kampf der Chöre“ wurde sie einem breitem Publikum bekannt.
Classicpoint.ch: Momentan bereiten Sie sich auf die Rolle der Aida für das Festival La Perla vor. Ist das Ihre erste dramatische Rolle?
Ja, genau, dies ist meine erste dramatische Partie. Die Aida ist eine vokale Herausforderung, und das nicht nur für mich. Sie gilt zu Recht als eine der schwersten Sopranpartien, die je geschrieben wurden. Nun bin ich daran, die Rolle für die Aufführungen perfekt einzustudieren. Dies beinhaltet Korrepetitionen, das heisst Proben mit Pianisten, die das Orchester spielen, und natürlich viele Coachings, um die Rolle perfekt in die Stimme zu kriegen. Ausserdem hat sich Maestro Enrico Reggioli schon mehrfach in Einzelproben mit uns Solisten getroffen, um bereits im Vorfeld seine musikalischen Vorstellungen zu vermitteln.
Welche Rolle würden Sie gerne singen aber hatten noch nie die Gelegenheit dazu?
Die Salome in Richard Strauss' gleichnamiger Oper, welch Partie. Die berühmte Schlussszene, in der sie den Kopf des Jochanaan küsst, ist eine Wucht.
Sie sind sehr vielseitig tätig. Was machen Sie eigentlich am liebsten?
Am liebsten singe ich Oper. Das Theater, die Kostüme, der dunkle Zuschauerraum – man kann so richtig wegdriften und sich in seiner Rolle verlieren.
Neben Meisterkursen haben Sie im August letzten Jahres an einer Kinderkulturwoche mitgewirkt und bereiten aktuell für die Lilibiggs-Kinder-Festivals in Bern und Grüningen ein Opernprogramm für Kinder vor. Wie wichtig sind Opern für Kindern?
Es ist vergleichbar mit allen Theaterevents, die Kinder doch immer lieben. Was bei Chasperli-Theater anfing und zu ersten Theaterbesuchen führte, endet für mich logischerweise beim ersten Hänsel & Gretel- und Zauberflöten-Besuch im Opernhaus. Von da weg wollen die Kinder, das weiss ich aus Erfahrung, noch viele andere Opern kennenlernen. Musik, Theater, Kostüme und Licht. Es ist eine verführerische Mischung, auch für Kinder.
Sie sind als Jurymitglied in verschiedenen Wettbewerben aktiv, wie z.B. dem „Migros Kulturprozent Studienpreis Gesang“. Wie steht es um den Schweizer Nachwuchs?
Im Pop-Bereich sehen wir ja, dass es gerade wunderbar läuft, was mich unglaublich freut. Im Klassik-Bereich stellt sich halt doch heraus, dass es nicht so viele tolle Lehrer gibt, deren Schüler regelmässig den internationalen Sprung schaffen. Oder unsere Nachwuchskünstler gehen ins Ausland und holen sich dort den letzten Schliff. Es ist aber definitiv so, dass die Schweiz ganz wunderbares Sängermaterial hat.
Sie waren auch Jury-Mitglied in der Casting-Show MusicStar von 2007. Wie stehen Sie heute zu diesem Wettbewerb und allgemein zu Casting Shows?
Ich bin nach wie vor überzeugt von diesem Format. Es ging bei MusicStar ehrlich und liebevoll zu und her. Ich glaube fest daran, dass Kandidaten aus dieser Show auch nachhaltig eine Karriere haben können. Es kommt wirklich darauf an, in welche Hände sie anschliessend geraten. Ich rede hier von Management, Coaching etc. Beispielsweise singt Fabienne Louves, die aus meiner Staffel stammt, immer noch nach wie vor sehr erfolgreich.
Würden Sie einem guten Sänger, einer guten Sängerin den Weg über eine Casting-Show empfehlen?
Über das Schweizer Format MusicStar – sofern es das noch einmal geben sollte – auf jeden Fall.
Sie haben im „Kampf der Chöre“ mit Ihrem gegründeten Noëmi Nadelmann & Chor 2010 den dritten Platz ersungen. Wie haben Sie diesen Wettbewerb erlebt?
Das war eine gigantische Show! Wir haben unglaublich gearbeitet und jeden Moment genossen. Wir sind bis heute wie eine grosse Familie. Wann immer möglich üben wir wöchentlich und haben schon viele Konzerte miteinander bestritten. Die meisten Mitglieder sind mittlerweile gesangstechnisch so weit fortgeschritten, dass ich sie auch solistisch einsetze. Das Repertoire erstreckt sich nach wie vor von geistlichen Werken über Oper, Operette bis hin zu Musicals.
War es nicht problematisch für Ihr Opernsängerin-Image, beim Kampf der Chöre und als Jury-Mitglied in einer Casting Show teilzunehmen?
Ich wurde ja engagiert, um das Augenmerk auf die Gesangstechnik der Kandidaten zu legen, und ich habe das auch konsequent so durchgezogen. In Folge durfte ich feststellen, dass ein grosser Teil des Opernhauses mitbibberte. Ich bekam regelmässig Anrufe von bekannten Sängerkolleginnen, die mich aufforderten, zum Beispiel den Kandidaten eine Kritik zu ihrem Vibrato oder ihrer Pianotechnik durchzugeben. Herr Perreira schlug sogar vor, das Finale von MusicStar im Opernhaus stattfinden zu lassen. Beim Kampf der Chöre waren wir ja der Klassikchor und hatten grosse Unterstützung von allen Klassikchören und Klassikliebhabern.
Interview von Florian Schär | Classicpoint.ch | 3.6.2013
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