Andreas Ottensamer im Interview

« Die Klarinette hat einen besonderen Status in der Wiener Musikszene. »
Andreas Ottensamer ist ein österreichischer Klarinettist von internationalem Ruf, der einer Familie von drei Soloklarinettisten angehört. Er füllt seit März 2011 die Position eines Soloklarinettisten bei den Berliner Philharmonikern aus.
Classicpoint.net: Sie haben erst Klavier gelernt, mit 10 Jahren angefangen Cello zu studieren und sind erst mit 12 Jahren umgestiegen auf die Klarinette. 9 Jahre später waren Sie bereits Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker. Wie ist so was möglich?
Das ist der große Vorteil wenn man in einem musikalischen Umfeld aufwächst und die Musik schon als Kleinkind unbewusst aufsaugt. Die Entwicklung kann so sehr schnelle Fortschritte zeigen – aber natürlich kommt man an der harten Arbeit und Disziplin nicht vorbei.
Ihr Vater war Soloklarinettist bei den Wiener Philharmonikern, Ihr Bruder ist es immer noch. Wie war das in der Kindheit, haben Sie immer gleichzeitig und gleich lang wie Ihr Bruder geübt?
Nein, jeder hatte seinen eigenen Rhythmus – wir hatten beide auch viele andere Interessen, die wir am Tag unterbringen wollten, insofern war immer viel los bei uns zuhause. Natürlich haben wir uns aber öfter zum Musikmachen zusammengetan und zum Beispiel gemeinsam Duette gespielt.
Sie gehören bei den Berliner Philharmonikern zur jungen Generation. Gibt es altersverbindende Freundschaftsgruppen innerhalb des Orchesters?
Die Freundschaften sind ganz unterschiedlich aufgeteilt, unabhängig von Alter oder anderen Faktoren – ganz wie im „richtigen Leben“ auch.
Sie kommen aus Österreich und haben eine typische Wiener Klangauffassung in die Wiege gelegt bekommen. Wie würden Sie diese beschreiben?
Ich finde es schön, ein starkes Traditionsbewusstsein mitbekommen zu haben. Die Klarinette hat einen besonderen Status in der Wiener Musikszene. Der Wiener Klangstil zeichnet sich durch einen besonders weichen, dunklen und voluminösen Klang aus und hat auch Einfluss auf Phrasierung und musikalische Interpretation, die aber natürlich dann individuell ausgearbeitet wird.
Ihre Mutter ist Ungarin. Sie spielen auch viel ungarische Musik. Was bedeuten für Sie diese Wurzeln?
Ich finde die ungarische Volksmusik unglaublich interessant und spannend. Bei dieser Musik überwiegt die emotionale und vor allem die melancholische Seite.
Ich habe mich sehr gefreut, in dieser Saison gleich 3 Mal in Budapest aufzutreten und so auch das fantastische Essen genießen zu können.
In der Boulvardpresse schreibt man vor allem und gerne über Ihr Aussehen. Stört Sie das manchmal?
Nein – man kann sowieso nicht beeinflussen, was dort geschrieben wird.
Sie sind passionierter Fussballer, spielen Tennis, Golf und fahren Ski. Hatten Sie schon Sportverletzungen, die Sie zu einer Pause mit dem Instrument gezwungen haben?
Sport ist die ideale Balance neben der Musik für mich. Ich hatte zum Glück noch nie gröbere Verletzungen. Ich habe Tennis gespielt und bin auf Skiern gestanden noch bevor ich Musik gemacht habe. Das Risiko sich zu verletzen, wenn man sportlich trainiert ist, ist natürlich viel geringer als bei jemandem, der diese Sportarten von heute auf morgen plötzlich ausüben würde.
Was sind Ihre Ziele und Visionen für die nächsten 10 Jahre?
Das kann ich nicht beantworten, man weiß nie was kommt. Ich hoffe einfach, glücklich zu sein mit dem was ich tue.
Interview von Florian Schär | Classicpoint.net | 1.6.2018
© Foto: Katja Ruge / Decca
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