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Tianwa Yang

Tianwa Yang im aktuellen Interview.

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Steven Isserlis im Interview

Steven Isserlis

«Ich kann mich an keine Zeit ohne Musik erinnern.»

Steven Isserlis ist ein weltbekannter britischer Cellist und Autor. Sein Großvater ist der russische Komponist Julius Isserlis, sein Familienstammbaum lässt sich auf Felix Mendelssohn, Karl Marx und Helena Rubinstein zurückverfolgen. 1998 wurde er für sein Wirken als Commander des Order of the British Empire (CBE) ausgezeichnet.

Classicpoint.ch: Sie sind Autor mehrerer Kinderbücher, die alle einen inhaltlichen Bezug zu klassischer Musik haben. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Ich habe immer gerne geschrieben. Als 20-Jähriger habe ich dann immer mehr Artikel und Cover-Notizen geschrieben. Als mein Sohn Gabriel aufgewachsen ist, wollte ich ihm vom Leben der Komponisten erzählen, deren Musik ich gerade für ihn spielte. Ich konnte kein passendes Buch finden, das die echten Lebensgeschichten der grossen Komponisten humorvoll und kindgerecht wiedergibt. Deshalb habe ich angefangen, selber solche Bücher zu schreiben.

Können Sie uns Ihre Bücher einzeln ganz kurz inhaltlich vorstellen?
Das erste Buch heisst „WHY BEETHOVEN THREW THE STEW“ und beschreibt die Lebensgeschichten von Bach, Mozart, Beethoven, Schumann, Brahms und Stravinsky. Daneben gibt es kurze Beschreibungen ihrer Musik.
Das zweite Buch ist ein bischen länger und detaillierter. Es heisst „WHY HANDEL WAGGLED HIS WIG“ und handelt von Händel, Haydn, Schubert, Tschaikovsky, Dvorak und Fauré. Am meisten Spass hatte ich, über Dvorak zu schreiben. Das war so ein lustiger Mann! Aber alle waren völlig faszinierende Charaktere.
Nun habe ich ein drittes Buch geschrieben. Aber dieses Buch unterscheidet sich stark von den anderen. Es heisst „ADVICE FOR YOUNG MUSICIANS“ basierend auf dem gleichnamigen Buch von Schumann. Es wird im September bei Faber & Faber erscheinen.

Ihr Familienstammbaum lässt sich auf Felix Mendelssohn, Karl Marx und Helena Rubinstein zurückverfolgen. Hat das auf Ihr Musizieren in irgendeiner Weise einen Einfluss?
Nein, aber ich prahle gerne damit. Mein Grossvater, der Pianist und Komponist Julius Isserlis, hatte sicherlich einen grossen Einfluss auf meine Musik. Wahrscheinlich war er der Grund, dass ich Musiker geworden bin.

Sie spielen ein Stradivari-Cello. Wie ist Ihre Beziehung zu Ihrem Instrument?
Ich liebe es, oder besser gesagt ihn. Es ist ein Wesen mit einer Seele!

Wenn es das Cello nicht gäbe, hätten Sie ein anderes Instrument studiert oder was ganz anderes gemacht in Ihrem Leben?
Ich wäre nicht unglücklich als Pianist mit 32 Beethoven-Sonaten, 27 Mozart-Concertos, etc.

Wenn Sie an Ihre Kindheit zurückdenken, was waren Ihre ersten besonderen Erlebnisse mit der klassischen Musik?
Ich kann mich an keine Zeit ohne Musik erinnern. Mein Vater spielte Violine, meine Mutter Klavier und, soweit ich mich zurückerinnern kann, spielte meine Schwester Violine und Klavier. Sogar unser Hund hat gesungen. Nun ist meine Schwester Annette Bratschistin und meine andere Schwester Rachel Geigerin.

Welche sind Ihre Lieblingswerke oder Lieblingskomponisten?
Oh, das ist unmöglich zu sagen. Das ändert dauernd und hängt davon ab, was ich gerade spiele und höre.

Was sind Ihre Pläne für die nächsten Projekte?
Nach den Konzerten in Luzern werde ich mit Thomas Ades in Cornwall an einem Seminar unterrichten, an dem ich künstlerischer Leiter bin und alle 2 Jahre hingehe. Danach bin ich viel unterwegs. Eines der interessantesten Projekte ist ein Rezital mit Andras Schiff mit Fortepiano im Beethovenhaus in Bonn, wo ich das Cello von Beethoven spielen werde, das nun über 50 Jahre nicht mehr öffentlich gespielt worden ist.

Was interessiert Sie neben der Musik?
Vor allem Bücher, daneben Filme, Theater, Kunst (obwohl ich viel zu wenig kenne), Comedy und Essen – Ich liebe Essen!

 

Interview von Florian Schär | Classicpoint.ch | 2.3.2016

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