Marina Rebeka im Interview

« Du musst Deinen Weg selbst gehen. »
Die in Lettland geborene Marina Rebeka ist eine der führenden Sopranistinnen unserer Zeit und gilt als eine der weltbesten Violettas in Verdis La Traviata. Darüber hinaus hat sie sich den Ruf erarbeitet, eine der größten Rossini- und Mozart-Interpretinnen unserer Tage zu sein. Seit ihrem internationalen Durchbruch bei den Salzburger Festspielen im Jahr 2009 unter der Leitung von Riccardo Muti ist sie regelmäßiger Gast an den weltbesten Opernhäusern und Konzertsälen, wie der Metropolitan Opera und Carnegie Hall in New York, der Mailänder Scala, dem Royal Opera House Covent Garden in London, dem Concertgebouw Amsterdam, der Bayerischen Staatsoper München, der Wiener Staatsoper oder dem Opernhaus Zürich.
Classicpoint.net: Sie kommen aus Lettland. Dieses Land hat in den letzten Jahren einige sehr tolle Sängerinnen hervorgebracht. Gibt es dafür eine Erklärung?
Ich glaube der Grund ist die gute musikalische Erziehung. Dazu kommt die Tatsache, dass unsere Standards auf Aufnahmen beruhen, welche wir in Bibliotheken gefunden haben, und nicht von Live-Aufnahmen. Wie wir alle wissen, sind wir Menschen und die CD ist das Beste, was ein Künstler erzielen kann. Je höher der Standard ist, desto höher ist unser Ziel, das wir erreichen möchten. Das wiederum erhöht unseren eigenen Standard.
Sie waren nicht wirklich glücklich mit Ihren Lehrern. Was raten Sie jungen Sängern bei der Ausbildung?
Ich sage immer, dass der Lehrer den Weg weist, den du gehen sollst. Aber gehen musst du ihn selbst. Kein anderer kann es für dich tun. Es ist gut, sich auf den Lehrer zu verlassen, aber das Beste ist, zu wissen, wie man mit sich selbst arbeiten soll und unabhängig zu sein. So weisst du immer, was du Gutes und Schlechtes gemacht hast, weil je mehr du erreichst, umso weniger Leute gibt es um dich herum, welche dir die Wahrheit sagen.
Welche Rollen sind Ihnen am meisten vertraut, und vor welchen Rollen haben Sie am meisten Respekt?
Meine Lieblingsrollen sind Violetta, Norma, Juliette und Thais. Am meisten Respekt habe ich vielleicht vor den technisch anspruchsvollen Rollen, welche grosse Ausdauer erfordern, wie z.B. Maria Stuarda oder Elektra, oder kleine Rollen, welche technisch sehr herausfordernd sind, in denen man nur 5 Minuten Zeit hat, um alles zu zeigen, und das nur die einzige Chance ist. Beispiele solcher Rollen sind die Königin der Nacht oder Italian Tenor in Capriccio.
Hatten Sie schon Probleme mit Inszenierungen, Anweisungen von Regisseuren, die Sie nicht machen wollten?
Ich probiere immer, die Regisseure zu verstehen und ihre Ideen mit meinen zu rechtfertigen. Bis jetzt hatte ich nie eine Situation, bei der ich mich von einer Produktion aufgrund von Regieanweisungen zurückgezogen hätte. Aber ich hatte Schwierigkeiten, gewisse Regieanweisen zu verstehen und umzusetzen. Gute Regisseure wissen immer, dass, wenn eine Idee vom Künstler nicht mitgetragen wird, sie nicht authentisch wirkt. Deshalb wird er immer die Diskussion suchen und versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden.
Gibt es Anekdoten Ihrer Laufbahn, die hinter den Kulissen oder auf der Bühne passiert sind, die Sie uns verraten können?
Die meisten Witze drehen sich um Tenöre wie z.B.: THERE ARE 3 MALE REGISTERS - BASS REGISTER, BARITON REGISTER AND CASH REGISTER :)
Für was interessieren Sie sich neben dem Gesang?
Reiten, Sauna, gärtnern, wandern, malen, Bücher. Ich würde gerne eines Tages tauchen lernen.
Welche Projekte sind im Moment bei Ihnen am Laufen?
Am meisten bin ich mit CD-Einspielungen beschäftigt. Ich habe dieses Jahr ein Rossini-Album eingespielt, die Clemenza di Tito in Baden Baden aufgenommen und die Luisa Miller Rolle in der ganzen Oper eingespielt. Neben Einspielungen muss ich auch neue Rollen für die nächste Saison einstudieren. Ich habe drei Verdi Debüts: Luisa Miller, Simon Boccanegra und Giovanna d’Arco. Ich freue mich sehr darauf.
Welche Rollen möchten Sie unbedingt in Zukunft mal singen?
Thais, Manon, Trovatore und Rusalka. Dann sieht man, ob sich die Stimme weiter entwickelt.
Haben Sie noch andere Wünsche für die Zukunft?
Ich wünsche mir mehr freie Zeit, um sie mit meiner Tochter zu verbringen und üben zu können. Zudem wünsche ich mir wenige aber richtig interessante Projekte mit grossartigen Musikern.
Interview von Florian Schär | Classicpoint.net | 1.1.2018
© Foto: Jänis Deinats
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