Olga Scheps im Interview

« Ich schaue gerne nach vorne. »
Seit 2009 ist Olga Scheps Exklusivkünstlerin von Sony Classical und spielte vor Kurzem ihr bereits siebtes Album ein. Dieses Solo-Album mit Werken von Erik Satie erschien im Mai 2016 und erreichte in Deutschland die Nr. 1 der offiziellen Klassik-Charts. Für ihr Album „Chopin“ erhielt Olga Scheps einen ECHO Klassik in der Kategorie „Newcomerin des Jahres“. Alle anderen Alben von Olga erreichten die Top Ten der offiziellen Klassik-Charts. Olga Scheps lebt heute in ihrer Wahlheimat Köln, reist von dort aus zu Klassik-Festivals und Konzertreihen in verschiedenen Ländern und konzertiert mit weltweit führenden Orchestern und Dirigenten.
Classicpoint.net: Ihr Vater ist Klavierprofessor und Ihre Mutter Klavierlehrerin. Bei wem hatten Sie den ersten Klavierunterricht?
Daran kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Musik ist, soweit ich mich erinnern kann, immer ein Bestandteil des Alltags gewesen, und das finde ich sehr schön, es ist in meiner Familie bis heute so.
Ihre Karriere verläuft linear. Sie wurden stets bekannter und erfolgreicher. Gab es auch Tiefpunkte, bei denen Sie an allem gezweifelt haben?
Ich schaue gerne nach vorne und beschäftige mich mit Dingen, die mich inspirieren. Zum Beispiel gibt es so viel tolle Musik, die ich gerne noch spielen und aufführen möchte. Ich habe gerade ein neues Solo-Album aufgenommen, welches im März veröffentlicht wird und bin in Gedanken schon bei dem nächsten Album und den kommenden Konzerten mit anderen Programmen. Ich freue mich auf das Weinberg-Quintett mit dem wunderbaren Kuss Quartett.
Sie kommen ursprünglich aus Russland und haben da auch Ihre Kindheit verbracht. Wie stehen Sie heute zu Ihrem Mutterland?
Meine Familie ist weggezogen als ich gerade 6 Jahre alt geworden bin, zum Teil habe ich meine Kindheit in Wuppertal verbracht. Dadurch bin ich bilingual aufgewachsen. Mit den drei Sprachen, die ich heute spreche (Deutsch, Russisch und Englisch), kann ich mich überall auf der Welt verständigen, und das schätze ich sehr.
Sie sind vorallem als Konzertsolistin engagiert und geben vereinzelt Meisterkurse. Würden Sie bei einer Anfrage zu einer Professurstelle an einer Musikhochschule zusagen?
Ich unterrichte gerne und ich kann es mir auch vorstellen, irgendwann an einer Musikhochschule zu unterrichten. Mir macht der Austausch mit den Pianisten der nächsten Generation sehr viel Spaß.
In der Klassikbranche sind Markenbotschafter nicht verbreitet. Sie treten offiziell als Werbeträgerin auf. Erhalten Sie Kritik dafür und wie gehen Sie mit dieser um?
Ich denke, jede/r sollte das tun, was sie/er für richtig hält und sich daran orientieren, was man selbst gut findet.
Sie haben eine CD mit Musik von Scooter aufgenommen. Wie war diese Erfahrung und planen Sie weitere stilübergreifende Aufnahmen?
Auf dieser CD sind Transkriptionen und Variationen der Songs von Scooter, diese Musik ist von Sven Helbig und Clemens Pötsch.
Ich habe schon einige stilübergreifende Werke und Alben aufgenommen. Man hört so viele schöne Beispiele in der Musik aus allen Epochen, bei denen sich verschiedene Stile gegenseitig inspiriert haben.
Sie spielen bewusst auch an ganz unorthodoxen Spielorten. In Köln sind Sie sogar als Strassenmusikerin aufgetreten. Welche Absicht steckt dahinter?
Jeder Auftritt hatte eine eigene Geschichte. Generell finde ich, Musik kann auch an anderen Orten stattfinden, ausserhalb der Philharmonien. Ich wohne in der Nähe der Domplatte in Köln und habe mich oft gefragt, was passiert, wenn ich dort, mitten in der vollen Fußgängerzone Klavier spiele. Es war eine schöne Erfahrung!
Sie haben eine grosse Fangemeinschaft auch ausserhalb der Klassikszene. Sie treten regelmässig in Talkshows am Fernsehen auf. Ist Ihnen die Klassikszene manchmal zu engstirnig und abgekapselt?
Ich kenne eigentlich niemanden, der in seiner Playlist oder CD-Sammlung nicht Bach und Chopin, Satie, Ariana Grande, Raf Camora und Miles Davis hat, als Beispiele. Unabhängig davon, was diese Menschen beruflich machen. Ob ich die Klassikszene engstirnig oder abgekapselt finde? Nein, natürlich nicht.
Welche Interessen und Leidenschaften haben Sie neben der Musik?
Ich koche sehr gerne. Zwischen den Konzertreisen gibt es wenig Schöneres für mich als es zuhause gemütlich zu haben, mit selbst gekochtem Essen, einem tollen Buch oder Film.
Interview von Florian Schär | Classicpoint.net | 1.3.2019
© Bild: Felix Broede
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