Österreichischer Musiktheaterpreis ehrt Anja Silja
Die Sopranistin Anja Silja wird mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis 2026 für ihr Lebenswerk geehrt. Kaum eine Sängerin habe das Musiktheater der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so kompromisslos geprägt wie Silja, teilten die Veranstalter am Mittwoch mit.

Anja Silja
"Anja Silja hat Rollen nicht ausgelegt, sie hat sie sich angeeignet - mit einer Direktheit, die dem Musiktheater ihrer Generation oft fremd war", erklärte Karl-Michael Ebner, Initiator und Präsident des Österreichischen Musiktheaterpreises. "Wo andere Werktreue suchten, suchte sie den Zugriff auf die Figur, ihre Widersprüche, ihre Abgründe. Diese unbedingte Haltung zur Rolle ist es, die wir mit dem 'Lebenswerk'-Preis würdigen."
1940 in Berlin geboren, debütierte Silja 1956 am Staatstheater Braunschweig als Rosina im "Barbier von Sevilla". Ihren ersten Auftritt bei den Bayreuther Festspielen hatte sie 1960 als Senta im "Fliegenden Holländer". Bis 1967 gehörte sie zu den prägenden Stimmen des Grünen Hügels. Mit einem stilistisch breiten Repertoire gastierte Silja an der Metropolitan Opera New York, der Covent Garden Oper London, der Grand Opéra Paris und der Wiener Staatsoper.
Der Österreichische Musiktheaterpreis wird seit 2013 für herausragende Leistungen in Oper, Operette, Musical und Ballett verliehen. Veranstalter ist der Verein Art Projekt. Die diesjährige Verleihung findet am 8. September in der Votivkirche Wien statt. Es gibt 61 Nominierungen in 14 Kategorien. Zudem werden Preise in vier Sonderkategorien verliehen, darunter den Preis für das Lebenswerk.
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