Komponist Arvo Pärt mit Goethe-Medaille ausgezeichnet
Der estnische Komponist Arvo Pärt, die italienische Übersetzerin Anita Raja und der griechische Theaterregisseur Prodromos Tsinikoris haben die Goethe-Medaille erhalten. Alle drei seien Europäer, deren Schaffen in besonderer Weise mit Deutschland verbunden ist, sagte die Präsidentin des Goethe-Instituts, Gesche Joost, am Freitag in Weimar bei der Verleihung des offiziellen Ehrenzeichens der Bundesrepublik.

Verleihung Goethe-Medaille 2026
Pärt habe viele Jahre in Berlin gelebt, als seine Werke in der damaligen Sowjetunion verboten wurden, erklärte Joost. "Seine Kompositionen berühren Menschen auf der ganzen Welt durch ihre eigene Klangwelt." In seiner Laudatio auf den 90-Jährigen lobte der Musikwissenschaftler Björn Gottstein Pärts Werke als "makellos, von kostbarer Schönheit und immer intim und persönlich". Der Komponist habe "mit seiner Musik Menschen über alle Schichten und Kulturen hinweg erreicht und berührt."
Pärts Sohn Michael beschrieb in seiner Dankesrede, wie prägend die Zeit in Deutschland für seine Familie und das künstlerische Schaffen seines Vaters war: "Vor mehr als vierzig Jahren kam meine Familie in der deutschsprachigen Welt an und stellte fest, dass sie sich nicht unter Fremden befand. Menschen und Institutionen hier haben meinem Vater Vertrauen und Freiheit geschenkt - und gewährten so seiner Musik den Raum zu ihrer Entfaltung."
Die Goethe-Medaille wird seit 1955 jährlich vergeben. Sie ist das offizielle Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland und der wichtigste Preis der Auswärtigen Kulturpolitik. Die Auswahl der Preisträger trifft eine Jury unter dem Vorsitz des Autors und Dramaturgen Thomas Oberender. Zu den bisher Ausgezeichneten zählen die Komponisten György Ligeti (1990), Rolf Liebermann (1997), Sofia Gubaidulina (2001) und Péter Eötvös (2019), die Dirigentin Simone Young (2005), der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim (2007) sowie der Opern- und Theaterintendant Gerard Mortier (2014, posthum).
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