Studie: Berliner Philharmoniker schaffen Milliardenwert
Die Berliner Philharmoniker haben einen hypothetischen Wert von zwei bis drei Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Boston Consulting Group (BCG) am Dienstag veröffentlicht hat. Die Unternehmensberatung habe erstmals systematisch die kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Wirkung des Orchesters untersucht.

Berliner Philharmoniker
Das Etikett "teuer, elitär, Nische", das der klassischen Musik oft angehängt werde, sei durch die Berliner Philharmoniker widerlegt, erklärte Studien-Mitautor Benjamin Desalm. "Sie sind ein effizienter Kulturbetrieb und eine Institution mit erheblicher wirtschaftlicher Wirkung, und das seit mehr als 140 Jahren."
Die Berliner Philharmoniker beschäftigen nicht nur Mitarbeiter, sondern vergeben auch Aufträge an lokale Dienstleister und ziehen ein Publikum an, das Hotellerie, Gastronomie und Mobilität der Stadt belebt. Dadurch generiere das Orchester aus jedem Euro öffentlicher Zuwendung einen Wert von bis zu drei Euro, hieß es in der Studie.
Allein in Berlin besuchen jedes Jahr rund 250.000 Menschen die Konzerte der Philharmoniker. Das Ensemble gastierte bereits in mehr als 50 Ländern. Sein Anteil an der internationalen Medienberichterstattung über deutsche Kulturinstitutionen liegt der Studie zufolge bei 32 Prozent. Dieser Wert werde nur noch vom Goethe-Institut übertroffen (39 Prozent). Mit 3,1 Millionen Followern sei es das reichweitenstärkste Spitzenorchester der Welt auf Social Media.
Dazu trage auch die technische Innovationskraft des Orchesters bei, das schon früh neue Medien genutzt habe und weiterentwickle. "Für uns ist das ein zentraler Teil unseres Auftrags: Musik auf höchstem Niveau zu machen, die über den Konzertsaal hinaus zugänglich ist", sagte Olaf Maninger, Solocellist und Medienvorstand der Berliner Philharmoniker.
Mit seinem Education- und Outreach-Programm setze das Orchester auf kulturelle Teilhabe unabhängig vom sozialen Hintergrund, hieß es in der Studie weiter. Die speziellen Konzerte, Workshops und Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zogen 2025 rund 50.000 Teilnehmer an, das seien fast doppelt so viele wie 2023. Zudem fördere das Ensemble mit seiner Karajan-Akademie junge Musiker, die sich auf eine internationale Karriere vorbereiten.
Die Arbeit der Berliner Philharmoniker demonstriere eindrucksvoll, was Kultur für die Gesellschaft leisten kann, resümierte Alexander Roos, ebenfalls Mitautor der Studie. "Spitzenkultur ist kein Luxus, den man sich leisten kann oder eben nicht", betonte er. Sie schaffe durch ihre Strahlkraft Identifikationsflächen, fungiere als Botschafter in der Welt und erzeuge einen nachhaltigen, messbaren Mehrwert.
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