Hans-Gál-Ensemblepreis an Viatores Quartet
Der Hans-Gál-Preis für Ensembles geht in diesem Jahr an das Viatores Quartet. Die Gruppe sei "eines der vielversprechendsten jungen Streichquartette", teilte die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur am Donnerstag mit. Die Auszeichnung ist mit 12.000 Euro verbunden. Sie soll am 15. Dezember im Rahmen eines Konzerts der Preisträger verliehen werden. Zudem wird das Ensemble von der Villa Musica Rheinland-Pfalz mit mehreren Konzerten in ihr Jahresprogramm aufgenommen.

Viatores Quartet
Das Viatores Quartet besteht aus Louisa Staples und Johannes Brzoska (Violine), Miguel Erlich (Viola) und Umut Sa?lam (Violoncello) und wurde 2023 an der Berliner Hochschule für Musik "Hanns Eisler" gegründet. Mit ihrer unverkennbaren, sensiblen Klanggebung entwickelten die vier Musiker "eigenständige Interpretationen, die intelligent, kompromisslos und frei von modischen Trends sind", erklärte die Jury. Sie begegnen den Partituren mit emotionaler Tiefe und geistiger Wachheit und verbinden dabei höchste instrumentale Qualität mit einer ganz persönlichen musikalischen Aussage." So werde jedes Werk im Spiel des Viatores Quartet zu einem unmittelbaren, individuellen Erlebnis von künstlerischer Vision und zugleich mit der Kraft, ein Publikum unmittelbar zu berühren und für die Musik einzunehmen, hieß es.
Der Hans-Gál-Preis wird seit 2020 jährlich an ein internationales Nachwuchsensemble verliehen. Seit 2025 wird er ergänzt durch einen mit 5.000 Euro dotierten Solistenpreis. Die beiden Auszeichnungen erinnern an den Komponisten, Musikwissenschaftler und -pädagogen (1890-1987), der von 1929 bis 1933 Direktor des Konservatoriums Mainz war. Wegen seiner ungarisch-jüdischen Abstammung wurde er nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten beurlaubt und emigrierte zunächst nach Österreich, 1938 nach Großbritannien. 1945 wurde er britischer Staatsbürger und unterrichtete bis 1955 an der Universität Edinburgh.
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