Sturz eines Tyrannen - Händels "Belshazzar" in Berlin
Wie sich ein Despot durch seinen Größenwahn zu Fall bringt, zeigt Georg Friedrich Händels "Belshazzar" auf eindrückliche Weise. In der Regie von Herbert Fritsch feierte das dramatische Oratorium am Samstagabend Premiere an der Komischen Oper Berlin. Das Publikum spendete nach der rund dreistündigen Aufführung regen Beifall. Am Pult des Opernorchesters, das durch eine Continuo-Gruppe aus Cello, Theorbe, Cembalo und Orgel verstärkt wurde, stand George Petrou. Der griechische Dirigent ist auch künstlerischer Leiter der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen.

"Belshazzar"
Das 1745 am King's Theatre in London uraufgeführte Werk handelt von den Exzessen des babylonischen Kronprinzen (bei Händel: König) Belshazzar, der jetzt in Berlin von dem britischen Tenor Robert Murray verkörpert wird. Der Librettist Charles Jennens stützte sich auf biblische und antike griechische Quellen. Während Babylon von den Persern und Medern belagert wird, provoziert Belshazzar die in Gefangenschaft gehaltenen Juden. Bei einem rauschenden Fest trinkt er Wein aus heiligen Gefäßen, die sein Großvater Nebukadnezar einst bei der Eroberung Jerusalems an sich raffte. Der Gott Israels sendet sogleich eine Warnung: Eine rätselhafte Hand erscheint und schreibt Zeichen an die Wand.
Königin Nitocris, in deren Rolle die britisch-iranische Mezzosopranistin Soraya Mafi brilliert, kann den Untergang Babylons nicht verhindern. In dem Oratorium erscheint sie als Stimme der Vernunft und zugleich als liebende Mutter Belshazzars. Ihre innere Zerrissenheit verleiht dem Werk eine zutiefst menschliche Dimension. Als persischer König Cyrus, der schließlich die Stadt erobert, ist die aus München stammende Mezzosopranistin Susan Zarrabi zu erleben. Den Propheten Daniel singt der amerikanische Countertenor Ray Chenez. Auf der Bühne, auf der vielfarbige, von Fritsch entworfene Kostüme kräftige Akzente setzen, stürzt Belshazzar, der eine sieben Meter lange Schleppe mit sich zieht, schließlich eine riesige Treppe hinunter.
Regisseur Herbert Fritsch erklärte vorab in einem Interview, er verzichte auf eine eindeutige Trennung in Gut und Böse. "Bei mir hat jede Figur in dem Stück irgendeinen Zacken weg, jede Figur stimmt irgendwie nicht, sie sind eben nicht so glatt und klar wie in einem Batman-Comic."
Zur Eröffnung der Spielzeit 2024/25 der Komischen Oper hatte Händel-Spezialist Petrou bereits die Premiere des Oratoriums "Messias" in der Regie von Damiano Michieletto dirigiert.
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