Mendelssohn-Preis an Merkel und Widmann
Der Internationale Mendelssohn-Preis zu Leipzig wird in diesem Jahr an die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Musiker und Komponisten Jörg Widmann verliehen. Das teilte die Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung am Mittwoch in Leipzig mit. Die undotierten Auszeichnungen in den Kategorien "Europa" und "Musik" werden am 1. November im Leipziger Gewandhaus übergeben.

Angela Merkel, Jörg Widmann
Die Stiftung würdige die Alt-Kanzlerin "für ihre besonderen Verdienste um die Einigung und Integration Europas und dessen Zusammenhalt als Friedens- und Wertegemeinschaft", hieß es. "Zudem trat Merkel für die Überwindung der Ost-West-Teilung Europas angesichts der Erfahrungen der deutschen Wiedervereinigung ein. Dabei ließ sie sich stets von den humanistischen Idealen leiten, die auch Felix Mendelssohn Bartholdy vertrat, und ihrem tiefen Glauben an die Menschlichkeit, Vernunft und Kultur."
Mit Widmann ehre man einen international erfolgreichen Klarinettisten, Dirigenten und Komponisten für seine beeindruckende Vielseitigkeit und herausragende künstlerische Leistung. Bedeutende Orchester im In- und Ausland hätten seine Kompositionen uraufgeführt und im Konzertrepertoire. Als Solist und Dirigent führe Widmann regelmäßig Werke von Mendelssohn Bartholdy auf. 2016 komponierte er die Paraphrase über Mendelssohns Hochzeitsmarsch aus dem "Sommernachtstraum". Zudem widme er sich intensiv der musikalischen und kompositorischen Nachwuchsförderung, zuletzt an der Barenboim-Said Akademie in Berlin.
Mit dem seit 2007 verliehenen Preis würdigt die Mendelssohn-Stiftung Persönlichkeiten, die sich im Sinne von Mendelssohns künstlerischem und gesellschaftlichem Wirken verdient gemacht haben. Der Namenspatron war nicht nur ein international einflussreicher Komponist und Dirigent, er widmete sich auch der Malerei, der Poesie und dem klassischen Altertum. Zudem engagierte er sich für die soziale Anerkennung des Musikerberufes. Bisherige Preisträger waren unter anderem Kurt Masur, Richard von Weizsäcker, Thomas Hampson, Harald Schmidt, Marcel Reich-Ranicki, Iris Berben sowie zuletzt Elena Bashkirova und W. Michael Blumenthal.
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