Biss ins Herz: Oper Frankfurt zeigt "Written on Skin"
Mit Hochspannung war Tatjana Gürbacas Interpretation von George Benjamins philosophischer Oper "Written on Skin" aus dem Jahr 2012 in Frankfurt erwartet worden, die am Sonntagabend ihre umjubelte Premiere feierte. Die Regisseurin zeigt das vielfach nachgespielte Werk, das seinen Siegeszug seit der Uraufführung in Aix-en-Provence angetreten hat, als metaphorisch verrätselte Reise ins Herz der Erkenntnis.

"Written on Skin"
Und die mittelalterliche Ehefrau Agnès, die von ihrem eifersüchtigen Mann alias Protector gezwungen wird, das Herz ihres toten Geliebten zu essen, als starke, neugierige und wehrhafte Persönlichkeit. Dabei wird sie nicht müde, Agnès aus vielen Perspektiven zu beleuchten und dabei ihren nie nachlassenden Drang zu unterstreichen, zu Liebe und Selbstwahrnehmung zu gelangen.
Ensemblemitglied Elizabeth Reiter holt aus ihrer vielschichten Rolle das Maximum an Gestaltungskraft heraus und agiert so mit dem spektakulären Frankfurt-Debütanten Bo Skovhus (Protector) auf Augenhöhe. Komplettiert wird das überragende Trio vom russischen Countertenor Iurii Iushkevich als Geliebten, den Benjamin doppelt besetzt: Zum einen in der Rolle des "Boy", wie der mittelalterliche Maler genannt wird, der die Besitztümer des Protectors in einem Buch verewigen soll. Zum anderen als "erster Engel", der das Geschehen kommentiert und vorantreibt.
Immer neue Facetten lassen sich in der computergenerierten Hügellandschaft von Klaus Grünberg entdecken, die unbehaustes Mittelalter, Jetztzeit und Zukunft verquickt, indem sie mit überraschenden Miniaturen und Perspektiven spielt.
Besonderes Lob gebührt Dirigent Erik Nielsen, der in Benjamins betörend sinnlicher Musik zudem Anklänge an Alban Berg, Claude Debussy und Kurt Weill offenlegt, und der von Glasharmonika bis zu Mandoline auch unkonventionelle Instrumente farbig zu integrieren weiß.
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