Staatsoper Hannover eröffnet Saison mit "La Juive"

Mit "La Juive" (Die Jüdin) startet die Staatsoper Hannover am (heutigen) Samstag die Saison 2019/20. Das Stück des französischen Komponisten Fromental Halévy (1799-1862) handelt von einem Religionskonflikt im frühen 15. Jahrhundert. Die Eröffnungspremiere markiert gleichzeitig den Start der neuen Intendantin Laura Berman.

"La Juive" (Die Jüdin)

"La Juive" (Die Jüdin)

Die US-Amerikanerin stellt ihre erste Spielzeit unter das Motto "Koordinaten des Anderen". Neugierde auf das Fremde und Vielfalt als Chance für die Gesellschaft stünden dabei im Vordergrund, erklärte sie. Für die geplanten zwölf Neuproduktionen holt sie internationale Regieteams aus der Schweiz, Russland, den USA und Tschechien nach Hannover, die erstmals an der Staatsoper arbeiten.

Regisseurin Lydia Steier inszeniert "La Juive" als rückwärts laufende Zeitreise. Die fünf Akte spielen in den USA um 1950, in Deutschland 1929, Stuttgart 1738, auf der Iberischen Halbinsel 1492 und schließlich in Konstanz 1414. "Ich hoffe, dass diese Reise wie ein Zerrspiegel funktioniert, dass wir wie durch verschiedene Handyfilter auf das Geschehen blicken", erklärte Steier. "Wir sehen fünf Bilder von uns, aber immer verzerrt. Jedes Zeitalter meint, dass es den höchsten Entwicklungsstand und die größtmögliche Humanität erreicht hat und dass es immer gröber und brutaler wird, je weiter man in der Geschichte zurückgeht. Wir hingegen wollen zeigen, dass jedes dieser Bilder nur eine leicht veränderte Darstellung unserer eigenen Gesellschaft ist."

In den Hauptrollen sind die usbekische Sopranistin Barno Ismatullaeva (Rachel), der aus Serbien stammende Tenor Zoran Todorovich (Élézar), der US-amerikanische Tenor Matthew Newlin (Léopold), die argentinische Sopranistin Mercedes Arcuri (Prinzessin Eudoxie) und der georgische Bass Shavleg Armasi (Kardinal Brogni) zu erleben. Am Pult des Niedersächsischen Staatsorchesters steht der deutsche Dirigent Constantin Trinks.

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