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Überzeugend aus dem Niemandsland: "Carmen" an der Wiener Staatsoper

Große Oper ohne Publikum, aber im Livestream mitreißend und überzeugend: Die Premiere von Georges Bizets "Carmen" in der Regie von Calixto Bieito und mit Andrés Orozco-Estrada am Pult der Wiener Staatsoper führte am Sonntag vor, was Musiktheater auch in diesen Lockdown-Zeiten nach Hause transportieren kann. Pralles Leben, menschliches Drama mit toller Musik und - ja, auch noch gute Unterhaltung.

Anita Rachvelishvili, Piotr Becza?a

Anita Rachvelishvili, Piotr Becza?a

Bieito zeigt die Handlung in seiner immer weiter entwickelten ersten "Carmen"-Inszenierung von 1999 in einem Niemandsland zwischen Ländergrenzen. Er hat die spanische Exklave Ceuta auf dem Gebiet von Marokko bereist, was sicherlich die Authentizität der Bilder beeinflusste. So hat die tragische Geschichte durchaus verzweifelt lebensfrohe Szenen - bis die Party auf einem alten Mercedes steigt, dass die Stoßdämpfer wackeln.

Schade nur, dass die Hauptperson so wenig Lust auf Schauspiel zeigt. Anita Rachvelishvili verkörpert in dieser Produktion die Carmen erstmals in Wien. Beeindruckend ihre Stimmgewalt, aber als Charakter blieb sie merkwürdig eindimensional. Ganz anders Vera-Lotte Boecker (als Einspringerin), was nicht nur an der Rolle der Micaëla lag, sondern an ihrer differenzierten stimmlichen, körperlichen und mimischen Gestaltungskraft. Ihre Arie "Je dis que rien ne m' épouvante" im 3. Akt wurde zu einem Höhepunkt des Abends. Piotr Becza?a als Don José und Erwin Schrott als Escamillo sind einfach Weltklasse-Besetzungen.

Dirigent Orozco-Estrada gab in dieser Premiere sein Debüt an der Wiener Staatsoper und empfiehlt sich für weitere große Aufgaben. Er brachte die Partitur differenziert und souverän zum Klingen, war jederzeit für das Ensemble zuverlässig und zeigte auch Lust am großen Drama. Sehens- und hörenswert.

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