Konzert-Tipp

Schischkin & Botvinov

Schischkin & Botvinov

Sonntag, 21. Juli 2024, 11:00 Uhr

 

Alexander Sergejewitsch Puschkin (1799 – 1837)
Russischer Nationaldichter und Begründer der modernen russischen Literatur
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840 - 1893)
Aus: Die Jahreszeiten op. 37a
Januar            Am Kamin
März               Lied der Lerche
April                Schneeglöckchen
Juni                 Barkarole
Oktober           Herbstlied
November       Troika
Dezember       Weihnachten

 

Sergei Rachmaninoff (1873 – 1943)
2 Etudes-Tableaux
7 Lieder, bearbeitet für Klavier solo von Alexey Botvinov

 

Mikhail Schischkin

wurde in Russland als einziger Autor mit den drei wichtigsten Literaturpreisen ausgezeichnet: 2000 erhielt er den Russischen Booker-Preis, 2005 den Nationalen Bestseller-Preis, 2006 und 2011 den Bolschaja-Kniga-Preis. Seine Romane wurden in 35 Sprachen übersetzt und seine Essays in den großen Zeitungen im deutschen Sprachraum publiziert, ebenso in den wichtigsten internationalen Medien wie The New York Times, The Wall Street JournalThe GuardianLe MondeThe Independent.

Er ist Mitglied des Schweizerischen Schriftstellerverbandes Autorinnen und Autoren der Schweiz, des Deutschschweizer PEN-Zentrums, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Mitgründer des PEN Berlin.
Seit Jahren gehört Mikhail Schischkin zu den scharfen Kritikern von Putins Regime.
Er wird am 10. November 2024 die diesjährige Schillerrede in Marbach halten. Bisherige Schillerredner waren unter anderen der Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah, Daniel Kehlmann, Orhan Pamuk, Jan Assmann und Richard von Weizsäcker.

 

Alexey Botvinov

geboren in Odessa, ist der renommierteste ukrainische Pianist der Gegenwart. Er hat in seiner Heimat die höchsten Auszeichnungen - Volkskünstler der Ukraine; Orden des Heiligen Dimitry – erhalten, und er ist in 47 Ländern der Welt aufgetreten.
Im Alter von 19 Jahren gewann er als jüngster Teilnehmer den Allunions-Rachmaninoff-Wettbewerb in Moskau. In der Folge wurde er in Odessa zum Solisten der Philharmonie sowie zum Lehrer am Konservatorium ernannt. Zur gleichen Zeit gewann er den Bach-Wettbewerb in Leipzig und den Clara Schumann-Wettbewerb in Düsseldorf.
In Zürich war Alexey Botvinov viele Jahre als ständiger Gast mit dem Zürcher Ballett verbunden, wo er Bachs Goldberg-Variationen und zahlreiche andere Ballettproduktionen interpretierte. In den meisten europäischen Ländern, in Kanada, Japan, Israel und Südafrika fanden mehr als 150 Aufführungen der Goldberg-Variationen statt.
Er ist Gründer, künstlerischer Leiter und Präsident des Musikfestivals Odessa Classics, des größten ukrainischen Klassikfestivals. Dieses Festival etablierte sich zum erfolgreichsten in Osteuropa. Im schwierigen Jahr 2022 konnte Alexey Botvinov das Festival in Estland, Griechenland, Deutschland und Litauen platzieren.
Alexey Botvinov sucht neue Wege der Präsentation klassischer Musik. So schafft er Visual Reality of Music, ein Multimedia-Ereignis mit Musik und visuellen Effekten; er vereint in Bach Reloaded Johann Sebastian Bachs Meisterwerke mit orientalischen Rhythmen.

 

Eintritt mit Apéritif und Mittagessen: CHF 120
mit zusätzlicher Übernachtung: CHF 170

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Maximilian Hornung

knauer gross

«Ich habe das Bedürfnis, mich mit Menschen zu umgeben.»

Mit bestechender Musikalität, instinktiver Stilsicherheit und einer außergewöhnlichen musikalischen Reife erobert der Cellist Maximilian Hornung die internationalen Konzertpodien. Als Solist konzertiert er mit so renommierten Klangkörpern wie dem London Philharmonic Orchestra, dem Pittsburgh Symphony Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Orchestre National de France, der Tschechischen Philharmonie, den Wiener Symphonikern, dem Swedish Radio Symphony Orchestra, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Bamberger Symphonikern unter Dirigenten wie Daniel Harding, Yannick Nézét-Séguin, Mariss Jansons, Esa-Pekka Salonen, David Zinman, Pablo Heras-Casado, Semyon Bychkov, Bernard Haitink, Manfred Honeck, Antonello Manacorda, John Storgårds , Mario Venzago, Jonathan Nott, Andrew Manze, Krzysztof Urbański und Robin Ticciati.

Mit 16 Jahren hatten Sie die Schule abgebrochen und angefangen, Cello zu studieren. Würden Sie das weiterempfehlen?

Nicht pauschal, aber in meinem Fall war es genau das Richtige.

Mit 23 Jahren hatten Sie den Posten als ersten Solo-Cellisten des Symphonieorchesters
des Bayerischen Rundfunks erhalten und nach 4 Jahren bereits wieder aufgegeben, damit Sie sich ganz Ihrem solistischen und kammermusikalischen Schaffen widmen können. War das nachträglich die richtige Entscheidung?

Meine 4 Jahre in speziell diesem Orchester und auf dieser Position waren unglaublich wichtig für meine musikalische aber auch menschliche Entwicklung. Ich hatte die Stelle sehr früh in einem Alter, in dem andere überhaupt erst mit dem Studium beginnen. Insofern betrachte ich diese Zeit ein Stück weit auch als eine Art weiterführendes Studium oder Praktikum. Hätte ich diese 4 Jahre nicht gehabt, wäre alles, was danach kam, nicht möglich gewesen. Und deshalb, ja, sowohl in das Orchester einzutreten, als auch es nach 4 Jahren wieder zu verlassen, fühlt sich nach wie vor absolut richtig an.

Vermissen Sie das Spiel im Orchester manchmal?

Ja, das Spielen im Orchester vermisse ich definitiv manchmal, aber wirklich nur manchmal. Das große sinfonische Repertoire ist einfach unglaublich!

Sie bezeichnen sich als Bauchmensch. Was ist für Sie die optimale Mischung zwischen analytischer Auseinandersetzung mit einem Werk und dem intuitiven Musizieren?

Dann, wenn sich beides begünstigt und sich nicht gegenseitig im Weg steht.

Sie sind auch Professor in München. Was ist Ihnen wichtig in der Vermittlung?

Ich lege sehr viel Wert darauf, dass meine Studenten zu ihrer eigenen, ganz individuellen Stimme finden. Für uns Musiker ist immer der Weg das Ziel und das setzt eine lebenslange Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Instrument voraus. Meine Studenten darauf vorzubereiten, eigenständig und in allen Facetten diesen Weg zu gehen, ist mein höchster Anspruch.

Es gibt ja unglaublich viele sehr gute Cellisten. Wie ist da so die Stimmung untereinander? Sind Sie in Kontakt mit anderen, oder ist die Konkurrenzsituation zu stark, um Freundschaften zuzulassen?

Ich habe das Bedürfnis, mich mit Menschen zu umgeben, die mich inspirieren, die mich begeistern, bei denen ich das Gefühl habe, dass man zusammen weiter kommt. Und das ist völlig unabhängig davon, welches Instrument sie spielen, wo sie herkommen oder ob es überhaupt Musiker sind oder nicht. Aber, um die Frage zu beantworten, es gibt durchaus auch ein paar ganz wenige, hervorragende Cellisten unter meinen (engen) Freunden.

Wie erleben Sie die aktuelle Pandemiesituation?

Sehr gemischt. Manchmal mit Hoffnung, manchmal mit Frust, manchmal mit Wut, aber meistens doch mit dem Willen, irgendwie das Beste daraus zu machen.

Was nehmen Sie mit aus dieser Zeit?

Einen sehr gut sortierten und gefüllten Weinkeller.

Was sind Ihre Zukunftspläne?

Im Moment denke ich weniger an Zukunftspläne, sondern freue mich eher, wenn überhaupt irgendetwas klappt. Nach dieser Pandemie wird die Zukunft sicher noch schwerer zu planen sein als das bisher sowieso schon der Fall war, deshalb wage ich allerhöchstens, von Hoffnungen zu träumen.

Welche Leidenschaften haben Sie neben der Musik?

Ich koche unglaublich gerne und liebe guten Wein.

 


Interview von Florian Schär | Classicpoint.net | 24.03.2021

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