Märki unterzeichnet Vertrag als Cottbuser Intendant

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch hat am Mittwoch in Potsdam den künftigen Intendanten und Operndirektor des Cottbuser Staatstheaters, Stephan Märki, vorgestellt. Die SPD-Politikerin unterzeichnete mit dem Schweizer Theatermacher dessen Vertrag. Der 64-Jährige tritt sein Amt offiziell zur Spielzeit 2020/21 an. Er bereite sich aber bereits von diesem Samstag (1. Juni) an vor, teilte das Ministerium mit.

Stephan Märki und Martina Münch

Stephan Märki und Martina Münch

Märki habe seinen Anspruch deutlich gemacht, die überregionale Attraktivität und Strahlkraft des Staatstheaters zu erhöhen und im Prozess des Strukturwandels in der Lausitz eine wichtige Rolle zu spielen, erklärte Münch, die auch Vorsitzende des Stiftungsrates der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) ist, die sich um den Theaterbetrieb kümmert.

Neben den künstlerischen Aufgaben werde es auch darum gehen, das Theater nach den Turbulenzen im vergangenen Jahr weiter zu stabilisieren und Vertrauen im Haus aufzubauen, betonte Münch. In Folge von Kritik aus dem Philharmonischen Orchester und dem Opernensemble am Führungsstil von Generalmusikdirektor Evan Christ musste sowohl dieser als auch Intendant Martin Schüler gehen. Danach wurde René Serge Mund als Interims-Direktor einsetzt.

Der 1955 im schweizerischen Bern geborene Märki wurde 1993 zum Intendanten des Hans Otto Theaters in Potsdam berufen. 2000 wechselte er als Generalintendant an das Deutsche Nationaltheater Weimar. In den Jahren 2011 und 2012 führte er das Berner Symphonieorchester und das Staatstheater zu einem Vierspartenhaus zusammen. Von 2012 bis 2018 war er Direktor des Konzert Theaters Bern. Seit November 2014 ist Märki Präsident des Schweizerischen Bühnenverbands.

Mund äußerte die Überzeugung, dass Märki sich den aktuellen Herausforderungen des Staatstheaters stellen wird. Er habe mit ihm am Hans Otto Theater gut zusammengearbeitet. "Daher schätze ich seine innovative und unkonventionelle Art, die für Authentizität und Kontinuität steht", sagte Mund.

"Man spürt die besondere Bindung des Publikums, die Dringlichkeit und Relevanz eines Theaters in Umbruchszeiten", erklärte Märki. "Das möchte ich ernst nehmen." Das Vier-Sparten-Haus solle "ein vorbildhafter politischer Raum sein, ein Marktplatz und ein Experimentierfeld des Lebens, das Lust macht auf das Leben und das Theater", beschrieb er seine Vorstellungen.

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