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Jeremiah

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Angela Gheorghiu

Angela Gheorghiu im aktuellen Interview.

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Klassikfans bevorzugen konstruktive Musikkritiken

Etwa zwei Drittel der Liebhaber klassischer Musik informieren sich durch professionelle Rezensionen. Dabei schätzen sie vor allem Kritiken, die nachvollziehbar begründet sind. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Online-Umfrage der Hochschule Luzern und der Universität Sheffield hervor. Teilgenommen hatten 1.200 Personen aus 62 Ländern im Alter zwischen 17 und 85 Jahren.

Elena Alessandri

Elena Alessandri

62 Prozent der Befragten (741 Personen) gaben an, Profi-Musikrezensionen regelmäßig zu nutzen. "Das hat uns positiv überrascht", sagte Co-Projektleiterin Elena Alessandri. "Tatsächlich werden Musikkritiken immer noch gelesen oder gehört. Allerdings bringen diese Klassikfreunde im Schnitt auch eine höhere musikalische Bildung mit."

Gute Kritiker seien "hingebungsvolle Schiedsrichter", meinten 79 Prozent der Befragten. Rezensionen sollten konstruktiv, respektvoll, aufgeschlossen und unparteiisch geschrieben sein. "Zudem wird eine gut begründete Bewertung erwartet", so Co-Projektleiter Antonio Baldassarre. "Beispielsweise müssen die Beurteilungen über eine Interpretation oder den Klang nachvollziehbar sein." Auch Vergleiche zwischen verschiedenen Aufnahmen empfinden viele Hörer als hilfreich.

Orientierung im Musikmarkt suchen 67 Prozent der Teilnehmer im Radio, 58 Prozent fragen Freunde und Bekannte. Letztere haben dabei den größten Einfluss auf die Wahl und die Beurteilung von Musik (67 Prozent), gefolgt von Radio-Sendungen (66 Prozent) und Musikmagazinen (50 Prozent).

In der Studie wurde auch untersucht, welche Medien und Kanäle zum Hören von klassischer Musik genutzt werden. Gut die Hälfte der Teilnehmer (54 Prozent) greift oft oder sehr oft zu CDs. Diese sind immer noch doppelt so beliebt wie Spotify (28 Prozent) oder iTunes (21 Prozent). Jeder Zehnte legt gewöhnlich Langspielplatten auf. 56 Prozent nutzen regelmäßig YouTube und genauso viele MP3 oder andere Dateiformate. Dazu passe, dass 45 Prozent nie für klassische Musik bezahlen. "Es kann sein, dass sie dabei Geld für bereits gekaufte Tonträger nicht berücksichtigen", erklärte Alessandri.

Die Umfrage ist Teil einer größeren Forschungsreihe über die Rolle von Musikkritik im Klassikmarkt. In früheren Projekten wurden über 800 Rezensionen aus dem britischen Magazin "Gramophone" untersucht und daraus Kriterien für das Bewerten einer Musikaufnahme entwickelt. In einem nächsten Schritt will die Forschungsgruppe publizistische Rezensionen in Zeitungen analysieren.

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