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Erfreut euch ihr Herzen

Also hat Gott die Welt geliebt Bachipedia

BWV 66 zum 2. Osterfesttag

 

Als Fokus des Monats April präsentieren wir Ihnen die Kantate BWV 66 «Erfreut euch, ihr Herzen».

«Es strahle die Sonne, es lache die Wonne, es lebe Fürst Leopold ewig beglückt» – dieser klangprächtige Schlusssatz der Köthener Serenade von 1718 rückte bei der Leipziger Umarbeitung als Eingangschor mit dem neuen Text «Erfreut euch, ihr Herzen, entweichet, ihr Schmerzen, es lebet der Heiland und herrschet in euch» an den Beginn der Osterkantate BWV 66, von der ein Textdruck aus dem Jahr 1731 erhalten ist.

Diese Osterkantate ist als Umarbeitung, als sog. «Parodie» der Glückwunschkantate BWV 66a zum Geburtstag von Fürst Leopold von Anhalt-Köthen aus dem Jahre 1718 entstanden. Der unbekannte Librettist hatte die anspruchsvolle Aufgabe, einen neuen geistlichen Text zu erfinden, welcher im Versmass und in den verschiedenen Affekten auf die vorhandene Musik passte. Auch die dialogische Form musste übernommen werden: Anstelle der «Glückseligkeit Anhalts» und der «Fama» (röm. Mythologie: Gottheit des Ruhmes und des Gerüchts) sind jetzt die Furcht und die Hoffnung miteinander im Gespräch. An einzelnen Stellen nimmt der Text Bezug auf die Schriftlesungen des Festtages: die Predigt des Petrus über Christus aus Apostelgeschichte 10 und die Erscheinung Christi bei den Jüngern in Emmaus aus dem 24. Kapitel des Lukasevangeliums.

 

In der Werkeinführung erhalten Sie in Begleitung von Pfarrer Karl Graf sowie von Dirigent Rudolf Lutz wertvolle, vertiefende Einblicke in die Komposition. In den Reflexionen betrachten Persönlichkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen die barocken Kantaten und ihre Texte aus heutiger und persönlicher Sicht. Hören, sehen und lesen Sie vorliegend zu BWV 66 die Meinung aus Sicht von Gottlieb F. Hoepli.
Die Werkeinführung sowie das Konzert und die Reflexion durfte die J. S. Bach-Stiftung in der evang. Kirche in Trogen am 29.04.2011 zur Aufführung bringen.

Wir wünschen Ihnen viel Hör-, Seh- und Lesegenuss.

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