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Bayerische Staatsoper begeistert mit "La fanciulla del West"

Puccini mit großen Emotionen und doch ohne Pathosschmalz - der Bayerischen Staatsoper ist am Samstagabend eine tosenden Applaus und Begeisterung entfachende Neuinszenierung von "La fanciulla del West" gelungen. Brillant und mitreißend: Anja Kampe als Minnie und Brandon Jovanovich in der Rolle des Dick Johnson.

"La fanciulla del West"

"La fanciulla del West"

Die Welt aus harter Minenarbeit und Heimweh, die besonderen Regeln einer Männergesellschaft aus Fremdarbeitern und die positive Glaubenskraft bringt Regisseur Andreas Dresen von der ersten Minute an berührend auf die Bühne. Bereits das Ouvertürenbild der durch das verrauchte Untertage-Anthrazit irrlichternden Lampen beeindruckt. Im Verlauf des Abends entwickelt sich die verwickelte Geschichte um die bibellehrende, taff-sensible Barwirtin Minnie, ihre Whiskygäste und ihre große Liebe Dick dann dramaturgisch geschickt zum Happy End.

Weil sie einig in ihrem musikalischen Zugang und ihrer Legatokultur sind, ausgesprochen "schöne" Stimmen mit perfektem Registerausgleich, ähnlichem Volumen und müheloser Höhe haben, erlebt man mit Anja Kampe und Brandon Jovanovic hier nicht weniger als ein Traumpaar. Drumherum: eine perfekte Männerensemble-Leistung, aus der John Lundgren als Jack Rance, Kevin Conners als Nick, Balint Szabo als Ashby, Tim Kuypers als Sonora, Oleg Davydov als Billy und als Minnies Haushälterin Wowkle auch Noa Beinart herausragen. Unübertroffenes (Puccini-)Seufzen, aber vor allem viel Klangkultur, Rhythmik und Mut zur großen Geste erspielt das Bayerische Staatsorchester unter James Gaffigan. Puccini at his best.

(Von Martina Kausch)

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